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Was ist ein Stoma?

Das Wort "Stoma" stammt aus dem Griechischen und besagt "Oeffnung" oder "Mund".
 
Das Stoma ist ein durch die Bauchdecke ausgeführtes Darmstück zur Ableitung der Ausscheidung. Der nach unterschiedlichen Techniken abgeleitete Darmteil ist auf der Bauchdecke als eine rote, schmerzunempfindliche Schleimhautrosette (Stoma) zu erkennen. Man unterscheidet Stomas der Verdauungswege und Harnwege. Es gibt vier verschiedene Arten von Stomas: 
 
Colostomie (künstlicher Dickdarmausgang)
 
Ein Colostoma wird angelegt, wenn wegen einer Dickdarmerkrankung ein Dickdarmteil entfernt oder stillgelegt werden muss und der Stuhl nicht mehr auf natürliche Weise ausgeschieden werden kann. 
Folgende Gründe können zu einer Colostomie führen:
Darmentzündungen, Divertikulitis, Krebs, Verletzungen, Missbildungen bei Säuglingen, Stuhlinkontinenz

Es gibt zwei Arten von Colostomien: Die Transversostomie und die Sigmoidostomie. Sie können sowohl zeitlich begrenzt als auch definitiv sein. 

Die Sigmoidostomie

   
   

Copyright by R. Hess, Bern

Sie wird meist im linken Unterbauch angelegt. Dabei werden je nach Situation unterschiedliche chirurgische Techniken angewendet.
Die Sigmoidostomie kann temporär (vorübergehend) oder bei der Rectumamputation (Entfernung des Mastdarms und Rectum) definitiv angelegt werden.
Die Konsistenz der Ausscheidung ist zu Beginn flüssig/breiig und reguliert sich dann zu normaler Konsistenz.
 
Transversostomie doppelläufig

 
   

Sie wird meist im rechten Oberbauch angelegt und ist oft von zeitlich begrenzter Dauer. Das Transversostoma hat zwei Öffnungen: durch die eine Öffnung erfolgt die Stuhlausscheidung, die andere führt zum stillgelegten Darmabschnitt. Die Konsistenz der Ausscheidung ist breiig bis fest.
 
Ileostomie (künstlicher Dünndarmausgang)
 
Ein Ileostoma wird angelegt, wenn wegen einer Dickdarmerkrankung ein Dickdarmteil oder der ganze Dickdarm inklusive Schliessmuskel entfernt oder stillgelegt werden muss, und der Stuhl nicht mehr auf natürliche Weise ausgeschieden werden kann.
 
Folgende Gründe können dafür verantwortlich sein:
 
Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikulitis, Familiäre Polyposis, Pouchanlagen, Krebs, Verletzungen oder Missbildungen bei Säuglingen.

   
   
 

Copyright by R. Hess, Bern

Die Ileostomie wird meistens im rechten Unterbauch angelegt. Grundsätzlich sind zwei Varianten möglich: die dauerhafte, definitve Ileostomie und die vorübergehende, zeitlich begrenzte, oder schützende Ileostomie.
Die Konsistenz der Ausscheidung ist breiig und durch die darin enthaltenen Verdauungsenzyme sehr aggressiv.
 
Urostomie (künstlicher Urinausgang)
 
Ein Urostoma, künstlicher Urinausgang, wird angelegt, wenn wegen Verletzung und Krankheiten wie Krebs das Nieren-Blasensystem derart beeinträchtigt ist, dass der Urin nicht mehr auf natürlichem Weg via Harnblase aus dem Körper ausgeschieden werden kann.

Die von den Nieren her kommenden Harnleiter werden mit einem für diese Funktion isolierten und gut durchbluteten Dünndarmteil verbunden; er dient als Durchlaufkanal (Ileum conduit). Das offene Ende des Darmteils wird an geeigneter Stelle durch die Bauchdecke, meistens im rechten Unterbauch, nach aussen gleitet (Urostomie).

   
 

Bilder: Copyright by Willi R. Hess, Bern