Die Funktion umfasst vier Bereiche:
Im stationären und ambulanten Bereich
Je nach Wunsch des Pflegepersonals oder der Patienten und dessen Familie erfüllt die Stomatherapeutin die Rolle einer Fachperson in spezialisierter Pflege in den Gebieten, der Stoma-, Wund- und Kontinzenzpflege.
In Fällen komplexer Pflegeprobleme als konsultierende Fachperson kann die Stomatherapeutin eingreifen, um eine der Situation entsprechende Betreuung und die richtigen Massnahmen zu gewährleisten.
In der Qualitätssicherung
Pflegestandards entwickeln: In den drei Fachbereichen, um eine qualitativ gute Stomatherapie zu gewährleisten. Dient auch als Unterstützung in der Spital externen Pflege
In der Forschung
Klinische Studien auf den Gebieten der Stomapflege, Kontinenz- und Wundpflege in die Wege leiten und durchführen.
Die Stomatherapeut/in ist eine diplomierte Pflegefachfrau/Mann in Allgemeinkrankenpflege und hat eine Weiterbildung in Stomapflege in einer vom World Council of enterostomal Therapists (Weltweite Vereinigung der Stomatherapeuten) anerkannten Schule absolviert.
Im Allgemeinen bekleidet sie den Posten einer Höfa 1 Pflegefachfrau/Mann, einer klinischen Spezialistin oder eine mittlere Stellung im leitenden Personal.
Beispiele aus dem Tätigkeitsbereich der Stomatherapeutin
1) Der Stomapatient
Die Stomapflege umfasst die Betreuung aller Stomapatienten, die einer Operation des Darmkanals oder der Harnwege unterzogen wurden, wobei ein Organ (Darmsegment: z.B. Rektum oder Harnblase) entfernt wurde. Ein Stoma wird deshalb zwecks Ausleitung des Stuhlgangs oder Harns angelegt. Der Stomapatient muss permanent mit einem Auffangbeutel (Versorgungssystem) leben, der an der Bauchwand haftet. Die Anlage eines Stomas wird in verschiedenen Fällen durchgeführt, z. B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei Krebs und manchmal auch unfallbedingt bei Verletzungen im Abdominalbereich.
Der Stomapatient hat keine Kontrolle mehr über die Ausscheidung des Stuhlgangs oder des Harns. Er verliert auf einschneidende Art und Weise einen Teil seiner Empfindungen und die Fähigkeit, Stuhlgang oder Harn kontrolliert auszuscheiden. Die Grunderkrankung, das veränderte Körperbild, sowie das Operationserlebnis, werden als massiven Einschnitt empfunden. In der Tat ist der Stomapatient physischen, psychischen und sozialen Schwierigkeiten ausgesetzt.
2) Die Wunden
Die Stomatherapeut/in ist ebenfalls fachkompetent für die Pflege akuter und chronischer Wunden. Ein spezialisiertes Zentrum kann für jede Art, von akuten und chronischen Wunden Konsultationen anbieten. Die Wundbehandlung umfasst: Ulcus cruris, Dekubiti, diabetisch bedingte Wunden, Nahtinsuffizienzen, onkologische Wunden, Fistelversorgungen, sowie Verbrennungen.
Die Stomatherapeuten/innen sind für Weiterbildungen in modernem Wundmanagement zuständig. Im interdisziplinären Team betreut Sie Patienten mit akuten und chronischen Wunden.
3) Die Inkontinenz
Ist ein Tabuthema, welches oft dem Umfeld verschwiegen wird. Der Verlust der Kontinenz, ist aber ein häufiges und schwerwiegendes Problem, welches sehr belastend ist und die Lebensqualität beeinträchtigt. Wichtig ist, dass Fachleute sensibilisiert sind in dieser Problematik und dass das Tabuthema von ihnen angesprochen wird. Es gibt heute diverse Massnahmen und Therapien die zur Kontinenzförderung mit Erfolg durchgeführt werden, so zum Beispiel spezielle Kontinenztrainings, Medikamente, chirurgische Behandlung und Hilfsmittel für Männer und Frauen.
Die Stomatherapeutin ist zuständig für:
· Kontinenzanamnese
· Durchführung und Auswertung von Miktionsprotokollen
· Trink- und Verhaltenstrainings
· Informations- und Vermittlungsstelle für Fachabklärungen in den Bereichen Urologie, Urogynäkologie und Gastroenterologie
Vermittlung von weiteren therapeutischen Massnahmen wie:
· Beckenbodentrainings, Biofeedback, Elektrostimmulation, etc.
· Beratung bei der Hautpflege
· Information zu angepassten Hilfsmitteln, deren Anwendung und Bezug, dazu zählen:
· aufsaugende Hilfsmittel
· ableitende Hilfsmittel
· Spezielle Hilfsmittelberatung, wie Pessare, Vaginalkonen, etc.
· Anleiten zum intermittierenden Selbstkatheterismus
· Anleiten zur perianalen Irrigation
· Unterstützung bei der sozialen Integration
· Ein Ort für Gespräche
Die Stomatherapeut/in befasst sich sowohl direkt mit dem Inkontinenzbetroffenen oder auch innerhalb des interdisziplinären Teams. Einige Zentren bieten ambulante Konsultationen oder Hauskonsultationen an.